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Der Kampf der Kulturen um Europa

Welche Leitkultur wollen wir: eine laizistsich-amerikanische, eine christlich-europäische oder eine muslimisch-asiatische?

von Wolfgang Gedeon
 

[ausgearbeitete Fassung eines am 10. 10. 2010 auf der Buchmesse in Frankfurt gehaltenen Vortrags, Internet-Erstveröffentlichung unter wgmeister.de am 17. Oktober 2010 / Fassung mit Titeländerung vom 31. Dezember 2010]

 
 

Thilo Sarrazin hat eine wichtige Diskussion angestoßen, bei der man aber nicht stehen bleiben darf. Vielmehr muß man da weitermachen, wo er aufhört. Zunächst sollte man freilich seine wichtigste These ausdrücklich verteidigen: Der Islam ist sicherlich nicht das einzige, aber ein durchaus entscheidendes Hindernis bei der Integration muslimischer Zuwanderer in Europa. Linke und Moslems weisen zwar darauf hin, daß es in Deutschland zahlreiche gut integrierte Moslems und viele schlecht integrierte Nicht-Moslems gebe. Das bezweifelt niemand. Die Frage ist, ob zwischen islamischer Konfession und Mißlingen der Integration das besteht, was man in der Wissenschaft eine „positive Korrelation“ nennt und mit einem entsprechenden Korrelationskoeffizienten ausdrückt. In der Medizin und inzwischen auch anderswo sprechen wir dann von einem sog. „Risikofaktor“. Das bekannteste Beispiel ist sicherlich das Zigaretten-Rauchen als Risikofaktor für die Auslösung von Lungenkrebs. Natürlich gibt es viele Menschen, die bis ins hohe Alter hinein rauchen und nie ein solches Leiden bekommen. Auf der anderen Seite gibt es viele, die in jungem Alter an Lungenkrebs sterben, obwohl sie nie eine Zigarette angerührt haben. Dennoch käme niemand, und ein Arzt schon gar nicht, auf die Idee, einen Zusammenhang, also eine positive  Korrelation, zwischen Lungenkrebs und Nikotin zu bestreiten und diesbezüglich Entwarnung zu geben.

Wie das Rauchen ein Risikofaktor für Lungenkrebs ist, so kann man den Islam als Risikofaktor bei der Integration muslimischer Zuwanderer in Europa betrachten. Für diesen Zusammenhang gibt es viele Statistiken. Sie sind aber nicht nötig, denn er ist für die Mehrheit der Bevölkerung inzwischen augenscheinlich evident.

In diesem Punkt ist Sarrazin also uneingeschränkt beizupflichten, seiner Erklärung dieses Phänomens dagegen schon weniger. Für ihn ist der Islam im wesentlichen eine vormoderne Religion, was vor allem heißen soll, der Islam habe den in laizistischer Sicht wesentlichen Schritt der Trennung von Politik bzw. Staat und Religion noch nicht vollzogen. Zwar hätten auch die christlichen Kirchen eine solch fundamentalistische Phase gehabt. Man habe sie aber von säkularer Seite her in den Jahrhunderten seit der Aufklärung erfolgreich domestizieren können, so daß sie jetzt die Regeln des laizistischen Staates akzeptierten.

Ist also der Laizismus tatsächlich die richtige Antwort auf die Islamisierung Europas? Oder ist nicht vielmehr die von ihm bewirkte Verdrängung des Christentums in den Privatbereich die Ursache dafür, daß der dadurch frei gewordene öffentliche Raum von anderen Ideologien und Religionen, nicht zuletzt vom Islam, genutzt und ausgefüllt wurde — der Laizismus also eine Ursache, und nicht eine Lösung für das europäische Islamisierungsproblem?

In christlicher Sicht der Dinge kann eine so mächtige Religion wie der Islam in ihrem globalen Vorwärtsdringen nur durch eine genauso mächtige oder noch mächtigere Religion aufgehalten werden, Der demokratische Laizismus, ein eher dürres, saftloses Gebilde geistig ausgebrannter westlicher Intellektueller, ist dazu nicht in der Lage, und mit Bomben, Drohnen und Hightech gewinnt man diesen Glaubenskrieg schon gar nicht. Nur wenn die Europäer die Islamisierung auch und vor allem als Herausforderung aufnehmen, die eigenen christlichen Glaubenswurzeln neu zu entdecken, wird die Gefahr einer Islamisierung Europas nachhaltig gebannt werden können.

Diese religiöse Dimension ist dem laizistischen Denken Sarrazins fremd. Aber auch im politischen Bereich engt er das Islam-Problem auf die Frage der Zuwanderung bzw. der Integration von Zuwanderern ein. Das größere Problem jedoch ist hier, daß die mißlungene Integration muslimischer Zuwanderer und deren Abschottung in Parallelgesellschaften ganz im Sinne des politischen Islamismus sind und von diesem systematisch für die eigenen Zwecke instrumentalisiert werden. Geht es ihm doch nicht um das persönliche Wohl der muslimischen Zuwanderer, sondern um die Macht des Islams und seiner Repräsentanten auf der Welt. So hat der libysche Staatspräsident El Gaddafi erst vor kurzem bei einem Besuch in Rom (!) Europa dazu aufgerufen, sich dem Islam zu unterwerfen. Nicht nur in Tripolis, auch in Ankara, in Teheran, in Kairo und Riad gibt es solche Strategien und Planungen für eine Islamisierung Europas. Dabei profitieren wir derzeit noch davon, daß zwischen den verschiedenen islamischen Zentren massive nationale und religiöse Widersprüche bestehen.

Im Hinblick auf die Gefahr des politischen Islamismus sind für uns dessen trojanische Pferde von besonderer Bedeutung. Diese Leute sind vordergründig, was Ausbildung und deutsche Sprache anlangt, bestens integriert. Zum Teil sind sie, wie  Frau Özkan in Hannover, sogar schon im Ministerrang. Von Sarrazins Kritik sind sie also nicht betroffen, im Gegenteil: Besser „integriert“ geht gar nicht! Sie betreiben aber eine beinharte Klientelpolitik und sind für uns langfristig wesentlich gefährlicher als diverse kriminelle Türken aus Neukölln. Auch in diesem Punkt muß man die Sarrazin-Diskussion erweitern.

 

Christlich-europäische Leitkultur

So der Titel meines dreibändigen Werks! Alles an diesem Begriff provoziert die Verbandssprecher muslimischer Organisationen und noch mehr unsere rot-grünen Ideologen. Hat sich Europa nicht lange genug für den Nabel der Welt gehalten? Verbergen die Deutschen jetzt ihren Chauvinismus hinter einer europäischen Fassade? Soll jetzt „am europäischen Wesen die Welt genesen“?

Der sich hier artikulierende Vorwurf des „Eurozentrismus“ greift ins Leere. Denn wir beanspruchen eine europäische Leitkultur nicht für die ganze Welt, sondern nur für die Region, in der diese Kultur entstanden ist und in der sie ursprünglich zu Hause ist, nämlich für und in Europa. Wir sind nicht diejenigen, die gestern in Kabul und Bagdad herumgebombt haben und die das vielleicht morgen in Teheran tun. Das sind die amerikanischen Laizisten, die ihr Zivilisationsmodell der ganzem Welt aufzwingen wollen, und die Europäer, die ihnen dabei helfen, können sich mitnichten auf eine christlich-europäische Kultur, sondern alllenfalls auf Unterwerfung unter eine laizistisch-westlich-amerikanische Leitzivilisation berufen.

Unser Anspruch auf Leitkultur in Europa ist eng verbunden mit dem Respekt vor der Integritiät anderer Kulturräume, insbesondere des nahöstlichen. Hier anerkennen wir sehr wohl die Leitrolle des Islam im Sinne einer muslimisch-asiatischen Leitkultur und beabsichtigen nicht, sie durch systematische christliche Zuwanderung und schon gar nicht durch die Unterstützung US-amerikanischer Bombardements zu untergraben. Entsprechendes Verhalten erwarten wir umgekehrt von den Muslimen, die hier in Europa leben wollen: Unterordnung und Respekt vor der hier historisch gewachsenen und immer noch von den meisten Menschen verinnerlichten christlich – europäischen Kultur als Leitkultur in Europa!

Auch das „Leit-“ der europäischen Leitkultur stößt linken Kritikern und der Zuwanderungslobby bitter auf. Dies sei ein Oktroi gegenüber Mitgliedern anderer Kulturkreise, ein „Herr im Hause“-Standpunkt, letztlich Kulturimperialismus. Im günstigsten Fall steht hinter dieser Kritik eine naive Sicht interkultureller Harmonie.  Das Nebeneinanderleben verschiedener Kulturen ist aber nicht genuin friedlich, sondern impliziert genuin ein großes Maß an Konflikten. Dabei ist es eine ganz natürliche Erscheinung, daß jede Kultur, wenn sie glaubt, die Voraussetzungen dafür zu haben — nämlich eine ausreichend große Zahl an Menschen, die sich mit ihr identifizieren –, die Leitposition in der kulturellen Prägung der Gesellschaft einnehmen will  Es findet nicht nur außen-, sondern auch innenpolitisch ein Kampf der Kulturen statt, in diesem Fall um die Rolle der Leitkultur in der jeweiligen Gesellschaft. Die meisten, die das leugnen, tun dies aus politischer Taktik: Durch den formal-demokratischen Vorwurf des „Kulturimperialismus“ lenkt man davon ab, daß man selbst eine Leitkultur hat, die man durchsetzen will.

Gerade die linken Intellektuellen, durch die Bank Protagonisten einer laizistisch-amerikanischen Leitzivilisation, und diverse Funktionäre muslimischer Verbände, in der Regel natürlich Vertreter einer islamisch-asiatischen Leitkultur, verfahren nach diesem taktischen Angriffsmuster. Indem man sagt, es gebe überhaupt keinen Kampf der Kulturen und denen, die eine europäische Leitkultur verteidigen, „repressiv-dominantes“ Verhalten vorwirft, lenkt man mit formalen Argumenten vom Inhalt der Kulturauseinandersetzungen ab. Man versucht so, den Gegner in Rechtfertigungszwang zu bringen und seine Abwehrkräfte erlahmen zu lassen.

 

Welche Kulturen konkurrieren  in Europa miteinander?

Der Kampf der Kulturen in Europa ist also im wesentlichen ein Kampf um die Leitkultur der europäischen Gesellschaft. Um ihn erfolgreich zu bestehen, müssen wir erst einmal analysieren, welche Leitmodelle sich gegenüberstehen. Wir haben hier, ich habe es schon angedeutet, kein multi-, sondern ein im wesentlichen trikulturelles Szenario:

  • eine laizistisch-amerikanische Leitzivilisation,
  • eine christlich-europäische Leitkultur und
  • eine islamisch-asiatische Leitkultur.

Nur das mittlere dieser drei Kulturmodelle mit Leitanspruch ist genuin europäisch. Ersteres ist zwar in der europäischen Aufklärung generiert worden. Dieser Same ist aber in Europa nicht aufgegangen; allenfalls rudimentär in Frankreich. In den transatlantischen USA allerdings entwickelte er sich zu einem üppigen Gewächs, das 1945 mit dem militärischem Sieg der USA in Europa eingeschleppt wurde. Zunächst mußte man sich darauf beschränken, die militärisch-politisch-wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu schaffen. Ab 1968 setzte sich dann durch die laizistische Studentenbewegung auch die ideologische Amerikanisierung im Sinne einer laizistischen Leitzivilisation mehr und mehr durch. Heute bestimmt diese vorrangig den westlichen Zeitgeist, gerade auch in Deutschland.

Das Modell der drittgenannten islamisch-asiatischen Leitkultur hat einerseits durch die massenhafte muslimische Zuwanderung der letzten 30 Jahre, andererseits durch die vor allem von den Grünen betriebene sogenannte Antidiskriminierungspolitik in Europa Fuß fassen können. Inzwischen wollen Moslems im Kampf um die Leitkultur nicht nur Kruzifixe aus Schulen entfernen. Sie fordern bereits schon, christliche Feiertage aufzugeben und durch muslimische zu ersetzen.

Der aufmerksame Leser wird bemerkt haben, daß einmal von „Kultur“, einmal von „Zivilisation“ die Rede ist. Ich habe diese Frage in einigen Kapiteln von Band I meiner Trilogie ausführlich thematisiert und will hier nur kurz resümieren: Kultur ist etwas, in dessen Kristallisationspunkt eine Religion steht. Kultur ist sozusagen die gesellschaftliche Praxis einer Religion. Eine Kultur-Gesellschaft ist eine Gesellschaft, die in irgendeiner Weise eine Beziehung zur Transzendenz, zum Jenseitigen, impliziert.

Die Zivilisation dagegen stellt eine bloßé Ordnung des diesseitigen Lebens dar. Sie konzentriert sich auf die optimale Organisation der materiellen Verhältnisse. Kultur ist für sie etwas Zusätzliches, eine Verfeinerung des Lebensstils, ein Sahnehäubchen, das zwar ganz schön ist, auf das man in der Not aber verzichten kann. Deswegen werden in einer Zivilisations- resp.  „Zivilgesellschaft“ bei finanziellen Problemen als erstes die Kulturausgaben gesenkt, Theater geschlossen, Orchester aufgelöst usw. — ein Umgang mit Kultur, der in einer Kultur-Gesellschaft nicht vorstellbar ist.

Was den Begriff christlich-europäische Leitkultur anlangt, so ist er eigentlich eine Tautologie, ein weißer Schimmel. Denn die europäische Kultur ist genuin christlich und das Christentum neben der griechisch-  und römisch-antiken die stärkste Wurzel unserer europäischen Identität. Die explizite Betonung des Christlichen ist jedoch notwendig geworden, weil diverse linke und auch muslimische Kritiker – von Th. Sarrazin bis B. Tibi —  der christlich-europäischen eine laizistisch-europäische Kultur entgegenstellen. Damit lassen sie freilich die Geschichte Europas erst 1789, wenn nicht gar 1945 beginnen, machen es geschichtslos und berauben es sozusagen seiner Wurzeln. Sie verwechseln es letztlich mit den USA, zu deren Anhängsel sie Europa im Rahmen einer neu konzipierten westlichen Zivilisation machen. Europäische Politik ist aber genuin nicht laizistisch, sondern von einem dialektischen Ineinander von Religion und Politik bestimmt, für das die Auseinandersetzung zwischen Kaiser und Papsttum im Mittelalter das charakteristische Vorbild geliefert hat. Sicherlich ist der Laizismus in den USA genuiner Bestandteil der amerikanischen Staatsgründung und der dort herrschenden politischen Kultur. In Europa aber ist zumindest der heute verbreitete demokratische Laizismus — den nationalsozialistischen und den kommunistischen Laizismus lassen wir jetzt einmal außen vor — ein explizites Produkt der ideologischen Amerikanisierung, somit Ausdruck der geistigen Unterwerfung Europas unter die USA.

 

Die theologischen Grundlagen der konkurrierenden Leitmodelle

Religion ist eine Weltanschauung mit Transzendenz-Bezug, Ideologie ist eine Weltanschauung, die nur im Diesseitigen wurzelt. Die Grundlage der europäischen Kultur ist das Christentum, die der muslimisch-orientalischen Kultur der Islam und die der laizistisch-amerikanischen Zivilisation die Ideologie des atheistisch- autonomistischen Humanismus.

Spezifisch für das Christentum im Vergleich mit dem Islam ist die Menschwerdung Gottes in Gestalt des Sohnes Jesus Christus. Dies bedeutet einen fundamentalen Unterschied im religiösen Gottes- wie auch Menschenbild im Sinne einer Vermenschlichung Gottes und einer Vergöttlichung des Menschen — für orthodoxe Juden und für Moslems ein Affront, eine Zumutung, ein Götzendienst, für die Christen die Quintessenz ihrer Botschaft!

Die im trinitarischen Gottesbild angelegte Vergöttlichung des Menschen — der Mensch als werdender Gott — ist auch die Grundlage des Humanismus, der so gesehen ein genuines Produkt des Christentums darstellt. Geschichtlich hat sich der Humanismus zum Ende des Mittelalters, zu Beginn der Neuzeit, diese geistig konstituierend, manifestiert. Er hat sich weiterentwickelt und gipfelt im 18 Jahrhundert im Humanismus der Aufklärung; der nicht nur seinen Höhe-, sondern auch seinen Umschlagspunkt markiert: vom christlichen zum atheistischen Humanismus. Dieser löst sich von seiner religiösen Grundlage, kappt seine christlichen Wurzeln und autonomisiert sich.

Im trinitarischen Gottesbild ist der Sohn dadurch Gott, daß er eins ist mit dem Willen des Vaters. Im autonomen Humanismus dagegen löst er sich vom Vater, verwirft das Vater-Prinzip und verabsolutiert das Sohn-Prinzip

Dialektisch gesehen ist es nun zwangsläufig, daß eine Zivilisation mit einer solchen Ideolgie als Grundlage das Auftreten eines Gegenmodells induziert, in dem das Vater-Prinzip verabsolutiert und das Sohn-Prinzip verworfen wird. Genau dies geschieht in der islamischen Religion: Eine Menschwerdung Gottes im Sohn wird hier ausdrücklich verworfen. Gott wird hier nicht Mensch, und der Mensch wird nicht Gott. Gott bleibt Gott, der Mensch bleibt Mensch, und die Kluft zwischen beiden letztlich unendlich und unüberbrückbar.

So ist der Islam im wahrsten Sinn des Wortes inhuman, weil hier das Menschliche nicht zum göttlichen Wert aufsteigt und somit keinen wirklichen, keinen absoluten Wert darstellt. Dementsprechend gibt es im Islam auch keinen Humanismus. Ein humanitäres und freiheitliches Menschenbild hat hier keinen Platz. Dies ist nicht eine Frage des Alters dieser Religion; abgesehen davon, daß der Islam inzwischen 1400 Jahre alt.und somit wirklich keine junge Religion mehr ist. Es ist die apriorische religiöse Entscheidung: Das Christentum kann einen Humanismus entwickeln, weil dieser in seinem Gottesbild angelegt ist. Der Islam kann dies nicht, weil das Menschliche hier nicht zum Göttlichen aufsteigt und so keinen göttlichen und damit keinen wirklichen Wert repräsentiert.

Wenn wir uns nicht in einem vordergründigem Schlagabtausch um Schächten, Schwimmunterricht etc erschöpfen wollen, müssen wir die theologische Dimension auch in die politische Diskussion einbringen. Wir müssen klarmachen, daß es nicht um die Frage Burka oder Minirock geht, sondern darum, welchen Gott wir wollen: Allah, den großen kosmischen Sklavenhalter — oder den dreifaltigen Gott, der die Menschen in seine Göttlichkeit mit einbezieht!

Das also sind die entscheidenden weltanschaulichen Unterschiede zwischen den drei konkurrierenden Leitmodellen! Wir skizzieren mit dieser theologischen Analyse nicht nur den geistigen Hintergrund des Kampfs der Kulturen um die Leitkultur in Europa, sondern ersehen daraus auch die nachhaltige Lösung des Problems: Nur das Christentum stellt mit seinem trinitarischen Gottesbild eine Synthese des Gegensatzes zwischen atheistischem westlichen Humanismus und orientalisch-asiatischem Islam dar. Im christlichen Gottesbild sind Vater und Sohn im Heiligen Geist vereint. Von daher wird das Christentum der Zukunft ein Christentum sein, das in besonderer Weise den Heiligen Geist religiös und kulturell betonen wird. Vielleicht kann man die wachsende Bedeutung des Meditierens als einer Möglichkeit des geistigen „Eintauchens“ in den Heiligen Geist schon als Symptom dieser religiös-kulturellen Zukunft betrachten.

Auf jeden Fall ist das Christentum aufgrund seiner religiösen Grundentscheidung in der Lage, den Gegensatz zwischen westlicher Zivilisation und muslimischer Kultur zu entschärfen, der sich da, wo das Christentum schwach ist, wie z. B. im Nahen Osten, in exzessiv kriegerischer Weise manifestiert. Wer solches in Europa verhindern will, sollte zusehen, daß hier das Christentum nicht weiter laizistisch geschwächt und ins Private verdängt, sondern gestärkt wird und gerade auch im öffentlichen Raum wieder eine stärkere Rolle spielt.

 

Ist Europa christlich, jüdisch und muslimisch?

Unser zu Recht sehr umstrittener neuer Präsident Wulff glaubte nun auch in die Diskussion eingreifen zu müssen, indem er den Islam als genau so zu Europa gehörig erklärte wie das Christentum und das Judentum. Moslems und Linke sind begeistert von dieser Einschätzung, die Mehrheit der deutschen Bevölkerung dagegen ist es nicht! Nach einer Umfrage der Bild-Zeitung lehnen 66 % der Befragten sie strikt ab. Mehr oder weniger bewußt verstehen die Europäer, daß ihr Kontinent christlich ist; nicht jüdisch, und schon gar nicht islamisch. Natürlich gab es immer und gibt es Juden hier, und jetzt auch Moslems, Buddhisten usw. Das ist ein Fakt, nicht einmal eine Binsenweisheit. Aber deswegen ist Europa nicht auf einmal jüdisch, islamisch, buddhistisch etc geworden.

Nachchristliches Judentum und Islam waren in der Geschichte Europas insofern von besonderer Bedeutung, als ersteres als der innere Feind galt, von dem man sich geistig und gesellschaftlich abgrenzte, der Islam dagegen den äußeren Feind darstellte, der Europa zuerst vom Südwesten, dann vom Südosten her 1000 Jahre lang militärisch in seiner Existenz bedrohte. Somit spielten beide, nachchristliches Judentum und Islam, eine herausgehobene Rolle bei der Selbstwerdung und Selbstfindung Europas, aber nicht im Sinne einer Identifizierung, sondern im Sinne einer Aus- und Abgrenzung!

Was das Judentum in Europa anlangt, so verstärkte sich zwar sein gesellschaftlicher Einfluß seit der humanistischen Aufklärung, aber sicher nicht in dem Maß, daß man von einem den Charakter Europas wesentlich gestaltenden oder gar konstituierenden Faktor sprechen könnte. Für die USA dagegen kann man durchaus unterstellen, daß im Laufe des 20. Jahrhunderts der jüdische Faktor eine wesentlich gestaltende, ab 1989 vielleicht sogar dominante Position in Staat und Gesellschaft gewonnen hat. Über den Umweg durch die USA, mit der 1945 in Europa beginnenden Amerikanisierung, gewinnt jetzt dieser Faktor auch bei uns in starkem Maße bestimmenden Einfluß auf Politik und öffentliches Leben.

 

Kampf der Kulturen oder „Kampf gegen Rechts“ ?

Die Linke leugnet verbissen die Existenz eines Kampfes der Kulturen. In ihrem Sinn agierende Soziologen kreieren neue Wörter, oder besser Unwörter. Sie wollen damit kaschieren, daß gerade die Rot-Grünen mit ihren rüden Attacken gegen jedwede Kritik der Zuwanderung politisch hauptverantwortlich sind für die ungesteuerte Masseneinwanderung der letzten 30 Jahre und die daraus resultierenden Desintegrationsprobleme. Wenn es um gescheiterte Integration muslimischer Zuwanderer geht, sprechen sie jetzt von „Ethnisierung“ oder „Kulturalisierung“ sozialer Probleme, manche Idioten sogar von „Kulturrassismus“. Aber ist es vielfach nicht gerade umgekehrt? Versuchen diese Leute nicht wieder, wichtige, ihnen aber unliebsame Faktoren aus der Politik herauszuhalten und so ethnische und religiös-kulturelle Probleme in stereotyp-sozialistischer Monomanie auf soziale Probleme zu reduzieren?

Mit großem Getöse inszenieren sie in diesem Zusammenhang einen „Kampf gegen Rechts“ — im übrigen eine Originalparole aus der DDR — und wollen den Menschen damit den Blick versperren, sich mit dem Konfliktpotential zwischen den Kulturen aufmerksam auseinanderszusetzen und die eigene Kultur dabei auch politisch zu verteidigen. Sie gehen dabei vor wie jemand, der Kirche und Rathaus im Dorf anzünden will. Was macht der nämlich? Er legt Feuer in einer alten Scheune außerhalb des Ortes. Die Feuerwehr und alle Einsatzkräfte fahren hin und sind mit der Löschung voll beschäftigt. In der Zwischenzeit setzt er in Ruhe Rathaus und Kirche in Brand. Ein solches Ablenkungsmanöver ist der tiefere Sinn des Kampfes gegen Rechts, wie ihn die Linken betreiben..

Wir sind keine Kulturbellizisten, die nur darauf warten, bis die große Schlacht zwischen den Kulturen in Europa voll ausbricht. Wir sehen aber ein gewaltiges Konfliktpotential zwischen den Kulturen und Religionen, denn durch nichts unterscheiden sich Menschen mehr als durch ihre Religion, wie Huntington zu Recht festgestellt hat. Selbstverständlich sehen wir auch ein gewaltiges Friedenspotential zwischen den Kulturen. Aber nur wer beides sieht und beidem gerecht wird, kann möglichst viel Frieden zwischen den Kulturen erreichen. Wer aber die Existenz des Kampfes der Kulturen nicht wahrhaben will und nicht die entsprechenden politischen Vorbereitungen trifft, um die eigene Kultur zu verteidigen, wird den Frieden zwischen den Kulturen nicht gewinnen, wohl aber seine eigene Kultur verlieren und damit entscheidende Rahmenbedingungen seiner kollektiv-sozialen Identität.

 

Nachtrag zum Türkei-Besuch von Christian Wulff

Auf den ersten Blick kann man den Türkei-Besuch von Christian Wulff nur loben. Denn wer könnte etwas dagegen haben, wenn auf Rechte christlicher Minderheiten aufmerksam gemacht, eine deutsch-türkische Universität gegründet wird und der deutsche Präsident sogar an einer christlichen Messe in einer Kirche teilnimmt, in der sonst üblicherweise gar keine Messen gelesen werden dürfen. Die Medien, vor kurzem bezüglich der Bremer Rede noch durchaus gespalten, sind unisono voll des Lobes. Wulff habe seinen Weg gefunden: ein Wegbereiter für die Harmonie zwischen den Kulturen!

Auf den zweiten Blick sieht alles wesentlich problematischer aus. Denn offensichtlich steht Wulffs Türkei-Besuch — das ist auch von ihm beabsichtigt — in direktem Kontext zur Bremer Rede, in der er den Islam als zu Deutschland gehörig verkündet hat.

Seine Botschaft lautet also: Wie in der Türkei die Rechte christlicher Minderheiten, so müssen in Deutschland die Rechte muslimischer Minderheiten verteidigt werden. Aber ist dieser Vergleich wirklich zulässig, oder hinkt er nicht auf allen Vieren? Werden hier nicht Äpfel mit Birnen verglichen, um eine bestimmte politische Strategie erfolgreich umzusetzen?

In der Türkei leben etwa 100.000 Christen. Vor 100 Jahren waren es, bei halber Bevölkerungsgröße, noch zwei Millionen! Die Christen in der Türkei sind also eine im Promillebereich liegende Minderheit, und es werden ihnen minimale Rechte der Religionsausübung verwehrt. Sie dürfen keine neuen Kirchen bauen, viele alte Kirchen dürfen nur als Museum, nicht als Ort für Gottesdienste genutzt werden. Immer wieder werden Christen von radikalen Moslems aus religiösem Haß ermordet; erst vor einigen Monaten zum Beispiel der höchste katholische Bischof der Türkei. Wie die deutschen Medien, sparte auch Wulff dieses Thema sorgfältig aus.

Bei uns dagegen stellen die Moslems eine stark wachsende Gruppe dar mit inzwischen weit über vier Millionen Bekennenden. Es gibt (ohne die sog. „Hinterhofmoscheen“) etwa 2.600 Moscheen in Deutschland, davon 206 Großmoscheen mit Minarett. Allein die DITIB, der türkisch-muslimische Dachverband, betreibt über 800 Moscheen. 120 weitere Moscheen sind in Bau oder Planung (Stand 2008). Dabei fließen, neben türkischen, saudiarabischen und anderen, auch deutsche Steuergelder in die Finanzierung ein. Moslems bei uns greifen nachhaltig ins öffentliche Leben ein, insbesondere im Fernsehen. Sie polemisieren gegen Kruzifixe in öffentlichen Gebäuden, psychopathologisieren die deutsche Gesellschaft mit dem Begriff „Islamophobie“ und wollen, wie oben erwähnt, jetzt schon christliche Feiertage abschaffen und durch muslimische ersetzen.

Hier geht es also nicht, wie bei den Christen in der Türkei, um eine kleine unbedeutende und schwache Minderheit, sondern um die Frage einer potentiellen Majorisierung der Gesellschaft in der Zukunft. Hier geht es um einen hochakuten Kampf um Leitkultur zwischen christlcih-europäischer und muslimisch-asiatischer Kultur, wobei es letzterer gelungen ist, schon in zahlreichen deutschen Großstädten das Bild ganzer Stadtteile zu bestimmen.

In der Türkei dagegen wird kein Mensch unterstellen, daß hier christliche Kultur in nennenswerter Weise das öffentliche Leben prägt. Von daher ist der Satz von Wulff, das Christentum gehöre zur Türkei, im besten Fall ein Witz. Im gleichen Sinn könnte man auch sagen, der Buddhismus gehöre zu Deutschland. Aussagen auf dieser Ebene sind nicht politisch, sondern lächerlich. Die Islamisierung Deutschlands ist ein sichtbar reales Szenario, von einer drohenden Christianisierung der Türkei reden nicht einmal die dumpfsten Islamisten. Warum also baut Wulff eine solche Vergleichsebene auf und vergleicht, was nicht vergleichbar ist?

Es war offensichtlich, daß seine Bremer Rede bei einem Großteil der Bevölkerung nicht gut angekommen ist, und immer mehr Menschen sahen inzwischen in Christian Wulff, der schon ein Tabu brach, als er Frau Özkan in Hannover zur Ministerin gemacht hat, einen Protagonisten der Islamisierungspolitik in Deutschland. Darüber hinaus hatte Sarrazin es geschafft, daß die politische Klasse die Diskussion dieses Themas erstmalig nicht schon im Ansatz unter den Tisch fegen konnte. Es bestand also dringender Bedarf, die von Wulff in Bremen verkündete Politik in besserer Aufmachung an den Mann zu bringen. In diesem Sinn muß sein Türkei-Auftritt als nachgereichte gefällige und wohlfeile Verpackung für den häßlichen Inhalt seiner Bremer Rede interpretiert werden. Wulff hat von den amerikanischen Bankern gelernt: Faule Derivat-Papiere lassen sich nur verkaufen, wenn sie mit ein paar guten Papieren gemischt werden.

Auf den zweiten Blick ist Wulffs Türkei-Besuch also als gezielt demagogische Polittaktik zu werten, um der Sarrazin-Diskussion den Zahn zu ziehen, die deutsche Bevölkerung einzulullen und die Appeasement-Politik gegenüber dem politischen Islamismus, die sein eigentliches Anliegen darstellt, glaubwürdiger betreiben zu können.

3 Kommentare

  1. G.L. G.L.

    Bis auf zwei, drei Rechtschreib- bzw. Tippfehler (bitte redigieren) und die Titulierung bestimmter Personen als „Idioten“ (das entwertet die eigene Arbeit irgendwie) ein guter Text zum Nachdenken. Es wäre schade, wenn Ihre Tätigkeiten aufgrund der ruhenden Mitgliedschaft zum Erliegen kämen. Zitat aus obigem Text: „Man versucht so, den Gegner in Rechtfertigungszwang zu bringen und seine Abwehrkräfte erlahmen zu lassen.“ Bleiben Sie stark.

  2. Andreas B. Andreas B.

    Sorry aber die Islam Debatte dient doch einen ganz anderen Zweck bzw. wird aus vielen verschiedenen niederen Beweggründen der jeweiligen Profiteure voran getrieben. Den einen Islam wie er immer plakativ dargestellt wird, gibt es in der Realität doch garnicht. Es gibt das Islamtum als Religionsdefinition im Koran. Genau so wie es das Judentum als Religionsdefinition in der Tora und das Christentum als Religionsdefinition in der Bibel gibt. Der Ursprung dieser 3 Religionsformen des Abrahamitischen-Monotheistischen ein Gott Glauben war der Monotheismus der Hebräer, wurde von den Israeliten zum Jüdischen Glauben ausgeformt und war eine Religiöse Neuordnung gegenüber dem damals weit verbreiteten Polytheismus/Vielgötterglauben. Im gegensatz zum quasi Monotheistischen Polytheismus als ein Götter Glaube, wo jeder Volksstamm bzw. jedes Großreich einen definierten Gott hatte, hat der Abrahamitische-Monotheismus einen festen Gott und dulded neben diesen keinen anderen Gott. Der Sikhismus, das Bahaitum, das Jesidentum und der Hinduismus zählen ebenfalls zum Monotheismus, dessen Ursprünge im Zoroastrismus und Henotheismus liegen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Monotheismus

    Historisch belegbar bestand schon 1500 v.Chr. das Großreich Israel welches Geographisch das heutige Israel, Palästina und teile Syriens abdeckte. Weil es in der Epoche völlig normal war, das die jeweiligen Großreiche den Menschen in den erkämpften Gebieten „Ihren“ Polytheistischen Gott aufzwungen, was der fügig machung sowie der Assimilierung diente, wurden die Isrealiten aufgrund des Abrahamitischen-Monotheismus eigentlich von anfang an abgelehnt oder gar geächtet, alleine dafür das Sie die Gottheiten der umliegenden Stämme und Großreiche nicht als solche anerkannten. Ein Offensives vorgehen von Israeliten gegen diese, in form von Religiös-gesinnten Anfeindungen oder Verklärungen fand hingegen nie statt. Begonnen bei der annektierung des Nordreichs Israel 721 v.Chr. durch das Assyrische Großreich und den folgenden ablösenden Großreichen, konnte man sich mal mehr mal weniger gut imiteinander arrangieren. Die jeweiligen Religiösen Schriften der Assyrer, Byzantinier, Babylonern usw. finden sich als bestandteile in den Jüdischen schriften wieder.

    Das Römische Großreich hingegen akzeptiert e keine Religion, was zu Religiösen sanktionierung bis hin zur Sozial Gesellschaftlichen unterdrückung führte. Bevor die Römer 70 n.Chr. Jerusalem und den zweiten Jüdischen Tempel im zuge des Jüdischen Auftands gegen die Unterdrückung, gab es zum Beispiel auch im Judentum Priester neben den Rabinern. Das Jesus Christus als Prophet des Christentums erschienen ist und Paulus von Tarus welcher die Heiden-Christen missionierte (nicht Jüdische Christen), kurz vor der zerschlagung des Religiösen Mittelpunkt des Judentums die einigkeit zwischen den ursprünglichen Juden-Christen und den Heiden-Christen erzielte, das diese auch ohne die befolgung der Jüdischen sitten und gebote (kein Schweinefleisch, Beschneidung, Religiöse Waschung vor dem Gebet) legitime Christen sind, kann kein zufall gewesen sein.

    Die ursprünglichen Juden-Christen flohen damals in das Ostjordanland und verloren dadurch jeglichen einfluss im Christentum. Ohne Jesus Christus und Paulus von Tarus seine Christliche erleuchtung welche er als Missionierungsauftrag von Gott verstand, gebe es heute kein Christentum, Islamtum und vielleicht auch kein Judentum mehr. Nachdem den Israeliten zu erst die Völkische Identifiezierungs möglichkeit durch die annektierung genommen wurde und der Religiöse bezugspunkt als Zentrum der Religion in form des zweiten Jüdischen Tempel von den Römern zerstört wurde, bestand der historisch legitimirende Nachweis eines Judentums, nur noch in den Schriften des Christentums. Auch das erscheinen von Mohammad als letzer von Gott gesannte Prophet (bis jetzt ist kein weiterer bekannt) nach seinem Berufungserlebnis wo er vom Engel Gabriel seinen Verkündigungsauftrag erhielt war kein zufall. Weil die Römer gegen ende des 4. Jahrhunderts das Christentum als Staatsreligion korrumpierten, beschränkte sich die Christanisierung auf die Gebiete Römischen Reiches, was eine wiederkehrenden erstarkunng des Henotheitischen Polytheismus vom Panasiatischen Großraum über den ursprünglichen Israelitischen Großraum bis hin zum Großraum Afrikas zur folge hatte.

    Dabei zeichnet sich von Abraham als erster Prophet des Monotheistisch/Jüdischen ein Gott Glauben, über Jesus Christus als Prophet des Monotheistisch/Christlichen ein Gott Glauben, bis hin zu Mohammad als Prophet des Monotheistischen/Islamischen ein Gott Glauben, eine klarer werdene definierung der Glaubensdefinition gegenüber der Religionsdefinition ab. Im Judentum wurde die Glaubensdefinition von den Rabinern gepredigt und erreichte somit nur die eigene Glaubensgemeinschaft. Im Christentum ist diese Anhand Jesus Christus seinen Aussagen wie z.b. „Wer ohne Sünde ist werfe den ersten Stein“ und den verschiedenen Evangelien für jeden Menschen frei zugänglich und muss nur richtig Interpretiert werden. Im Islam findet sich die Glaubensdefinition anhand Mohammads Abschiedspredigt wieder, welche er hielt nach dem er seine Aufgaben als Prophet erfüllt hatte um mit der ausrufung des Islam den Verkündigungsauftrag erfüllte.

    http://www.derletzteprophet.info/abschiedspredigt-al-khutba-al-wada

    Selbstverständlich kann man darüber streiten ob es nun schlauer ist daran zu Glauben das dies wirklich alles so passiert ist oder nicht. Niemand wird dazu gewzungen das alles an zu erkennen und es steht jedem frei ob er lieber Gläubig oder Atheistisch ist. Die Islamdebatte an sich beschäftigt sich dabei garnicht mit dem Islam, sondern dreht sich nur um die plakatierte „Islamform“ im Kreis. Rechtsklerikale Christen befuern diese ganz bewusst genau so, wie „islamophobe“ Menschen denen jegliches bewusstsein zu dem Thema fehlt. Der Vorwurf das die Debatte an sich stark an den Politischen Antisemitismus erinnert und lediglich die „Juden“ durch „Muslime“ ersetzt wurden, hat daher überhaupt nichts mit Politischen Populismus oder einer Gegen-gerichteten Propaganda zu tun.

    Auch die differenzierung der AfD das man sich dabei auf den Politischen islam bezieht, ändert nichts an dem bezug zu dieser Schwachsinnigen Debatte. Wie gesagt den einen Islam gibt es nicht. Im Islamtum gibt es genau so wie im Christentum verschiedene mögliche Strömungen oder Orientierung. Selbst der Salafismus als solcher hat nichts mit dem Religiösen Extremismus am Hut. Der heutige Djihadismus ist die Militante Abspaltung von der Neu-Fundamentalen Salafiyya. Aufgrund der Sozialistischen und Nationalistischen ausrichtung der Modernen Salafiyya, dessen Militanten Abspaltung der Islamismus darstellte, welche zu den mehrfach erfolgten Angriffskriegen auf den Staat Israel führte, fand ja überhaupt erst die umorientierung hin zu der Neu-Fundamentalen Salafiyya statt. Weil das absolut nicht mit dem Islam zu vereinbaren war. Der heutige Neu-Fundamentale Salafismus überhaupt keinen politischen bezug mehr und trägt auch keine generelle Verantwortung am Djihadismus. Die Radikalisierung von Personen funktioniert doch alleine nur deswegen, weil jegliches Bewusstsein oder Religiöses Verständnis zum Islam nicht besteht. Das klassische Funktionsprizip von Verschwörungstheorien, welche auch nichts anderes als Instrumente des Faschismus sind. Die Mutter aller Verschwörungstheorien „die Weisen des Zion“ und dessen auswirkungen sind doch bekannt. Mitbegründer der DAP/NSDAP General Erich Ludendorff erklärte sich sein Parteipolitisches versagen auch mittels Verschwörungstheorien. Dabei war Hitler dafür verantwortlich.

    „Das Scheitern seiner parteipolitischen Karriere erklärte er verschwörungstheoretisch mit dem „Wirken überstaatlicher Mächte“. Damit waren der Jesuitenorden, die „Rom-Kirche“, die Freimaurerei, die kommunistische Internationale, das Umfeld um den tibetischen Dalai Lama (als dessen Beauftragten er 1937 Josef Stalin verdächtigte) und vor allem das Weltjudentum gemeint, die sich, so wähnte Ludendorff, zusammengetan hätten, um Deutschland zu demütigen und zu knechten.[53] Ihr Ziel sei letztlich die Weltherrschaft. Zu diesem Zweck hätten sie unter anderem schon 1914 das Attentat von Sarajevo inszeniert, die russische Revolution, den Kriegseintritt der USA, die Novemberrevolution und den Versailler Vertrag.“

    https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Ludendorff#Verschw.C3.B6rungstheorien_und_kabbalistische_Geschichtsdeutung

    Da ich jetzt nicht zu weit vom eigentlichen Thema abschweifen möchte, zurück zum „Politischen Islam“. Wie gesagt diesen plakatierten Islam gibt es nicht, genau so wenig wie es eine fest definierte Scharia gibt. Dabei ist es völlig absurd das es überhaupt funktioniert, mit der „Scharia“ irgendwelche Ängste zu schüren. Weil mal ganz offen gesagt, wenn man nicht möchte das einem für Diebstahl die Hände abgehackt werden, sollte man am besten garnicht erst einen Diebstahl begehen. Oder sehe Ich das etwas Falsch? Um der ganzen Sache den Wind komplett aus den Segeln zu nehmen, welches Problem hat die AfD überhaupt mit dem Politischen Islam oder der Scharia? Hier mit hat die AfD wirklich ernsthafte Probleme?:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Kairoer_Erkl%C3%A4rung_der_Menschenrechte_im_Islam

    Das ist der Klassische Schuss ins eigene Bein und kann ganz schnell zum Politischen aus führen. Das muss nur den falschen Populisten bewusst werden, dann werden der AfD ruck zuck die Lichter ausgedreht. Das ist ganz weit entfernt von einer National Konservativen Politischen Ideologie oder Politischen Populismus. Dieses beschränkte um her werfen mit Richtungsangaben spare Ich mir. Eine wirkiche Alternative zu Links-Grünen „Volksparteien“ stellt das jedenfalls nicht dar. Möglichkeiten dazu gibt es im Übermass.

    mfg

  3. Ein bisschen Üben der Interpunktion und der Groß-Kleinschreibung würden den intellektuellen Anspruch weiger abwerten. Ansonsten sind die Darstellungen, Vergleiche und Schlüsse ziemlich weit hergeleitet, wenn nicht meist abwegig. Nach Memet Scholl: „Geistiger Schluckauf“

    Genau so, wie es „den“ Islam nicht gibt, gibt es „die“ Scharia nicht.

    Der letzte Absatz zeugt deutlich von der Gesinnung des vorigen Artikelschreibers. Das „Umherwerfen der Richtungsangaben“ ist doch ein exclusiv Privileg „DER Mulime“ und deren universal Rechtsordnung „DER Scharia“!

    (Ironie)
    Die Scharia:
    §1 Die Schara hat immer Recht.
    §2 Sollte die Scharia einmal nicht im Recht sein, tritt automatisch §1 in Kraft.
    (Mehr Paragrafen braucht diese Rechtsordnung eigentlich nicht.
    (Ironie off)

    Wenn der Autor nicht mal den Mut hat, seinen Namen unter seine Meinung zu schreiben, wer soll das dann ernst nehmen?

    Wolfang Gedeon legt zu Recht seine Finger in „viele Wunden“ unserer Gesellschaft. Kein Wunder, dass die „getroffenen“ einen derartigen Shitstorm über ihn ausgießen.

    Emil Grass

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